Alexander Gerst: Geobeobachtung frisch aus dem All

Beitragsbild zur Pressekonferenz mit Astronaut Alexander Gerst

Vor ziemlich genau zwei Wochen war ich für mein Webprojekt Expedition Siebengebirge im European Astronaut Center EAC in Köln unterwegs. Alexander Gerst war ein paar Tage zuvor von der ISS (International Space Station) zurück auf die Erde gekehrt. Nun berichtete er von seinen ersten Eindrücken und Erlebnissen.

Ich hatte den Astronauten Alexander Gerst bis dato noch nicht live und in Farbe erlebt, aber auf mich machte er einen sehr entspannten und gesunden Eindruck. Freundlich und gelassen begrüßte er die rund 70 Pressemenschen kurz vor dem offiziellen Veranstaltungsbeginn.

Nachwuchs mit an Bord

Neben mir in der ersten Reihe saß ein siebenjähriges Mädchen in vollem Astronauten-Outfit gemeinsam mit ihrer Mutter. Es war wirklich herzerwärmend, wie sehr sich diese kleine Nachwuchswissenschaftlerin auf den Auftritt des Astronauten freute. Quasi jeder Satz von ihren enthusiastischen Schilderungen vom Weltraum enthielt den Namen “Alexander Gerst”.

Doch was fasziniert Menschen, egal ob jung oder alt, an der Raumfahrt? Ich kann nur von mir berichten: Schon als Kind guckte ich nachts hoch zum Sternenhimmel. Ganz besonders beeindruckend fand ich die leuchtenden Punkte, die sich bewegten. Mein Vater schickte in den 1980er Jahren ein paar TV-Satelliten mit seinem Darmstädter Team in den Orbit. Und so stellten wir uns in Darmstadt-Kranichstein desöfteren im Dunklen vor unser Haus und beobachteten den Vorbeiflug von diversen Flugobjekten.

Alleine ein Raketenstart wirkt schon so mächtig und gigantisch. Die Vorstellung, dass Menschen beispielsweise zur ISS mit ungeheuer vielen PS hoch in eine 400 Kilometer über der Erdoberfläche befindliche Umlaufbahn geschossen werden, um dort Forschung zu betreiben, ist fast unbegreiflich. Das Überleben im ansonsten lebensfeindlichen Weltall klingt wie ein Wunder, ist jedoch das Ergebnis jahrzehntelanger Anstrengungen von vielen tausend Menschen.

Teamwork wird in der Raumfahrt groß geschrieben

Die friedliche Zusammenarbeit auf der ISS gleicht einer Oase des Friedens zwischen den unterschiedlichen Nationen. Folgt man der aktuellen Presse, sind die politischen Dimensionen der Raumfahrt deutlich sichtbar. Was einerseits als Wettlauf um eine Vormachtstellung im All interpretiert werden könnte, kann ebenso auch als Chance des allen Menschen Gewinn bringenden Teamworks verstanden werden. Hierzu Alexander Gerst während der Pressekonferenz:

“Ich habe größten Respekt davor, dass es Leute gab, die so ein Projekt vorgeschlagen und es auch geschafft haben, andere Leute davon zu überzeugen, dass das klappt und jetzt haben wir diese Raumstation. Nur aus diesem Grunde, nur weil international die großen Player zusammen gekommen sind und gesagt habe, wir werfen all unsere Vorurteile und Differenzen mal beiseite, wir nehmen die mal raus. Die sind dadurch nicht aus der Welt, aber wir können trotzdem zusammenarbeiten. Wir bauen etwas größeres, etwas, was sonst unmöglich wäre. Kein Land alleine kann eine solche Raumstation bauen und unterhalten.”

ESA-Astronaut Alexander Gerst während einer Pressekonferenz am 22.12.2018 in Köln

Wohin uns Menschen die Reise in das weitestgehend unbekannte Welt all noch bringen wird, wird sich in Zukunft zeigen.

Ein Gedanke zu „Alexander Gerst: Geobeobachtung frisch aus dem All

  1. Pingback: Industrie im Dialog: Mit Raumfahrt die Zukunft gestalten - Expedition Siebengebirge

Die Kommentare sind geschlossen.