Meine Naturerlebnisse: Invasive Pflanzen

Veröffentlicht von Rosi Würtz am

Sonntags trinke ich gerne mal eine Tasse Kaffee und beschäftige mich Themen, die sonst unter den Tisch fallen. Invasive Pflanzen ist ein solches Thema und da kam mir der Digitale Kaffeeklatsch mit Wissenschaft (Museum für Naturkunde Berlin, Link zum Video kommt noch) heute genau richtig. Hier folgen also ein paar Gedanken, die ich während des Kaffeeschlürfens hatte.

Invasive Pflanzen: Was hat es mit ihnen auf sich?

Dr. Florencia Yannelli beschäftigt sich wissenschaftlich mit invasiven Pflanzen. Franziska Sattler moderiert den Talk mit der Wissenschaftlerin. Ich habe das große Glück, online an den Veranstaltungen des Museums teilnehmen zu können. Lernen konnte ich schon einiges über Themenfelder, mit denen ich sonst nicht so intensiven Kontakt habe. Ebenso spannend sind die Lebenswege der Wissenschaftler*innen und wie sie zu ihrem Forschungsfeld gekommen sind. Beim Digitalen Kaffeeklatsch bekommen wir beides gratis online einmal im Monat.

“Alien invaders” hört sich schon irgendwie spacig an, aber es geht nicht um Außerirdische. Wer gehört zu den Invasoren in der lokalen Natur und wie kommen sie dort hin? Der letzte Teil der Frage ist einfach zu beantworten: Menschen haben sie dorthin bewegt und sie haben einen Impact auf die lokalen, ursprünglichen Begebenheiten.

Waschbären, Marmorkrebs, Nilgans, Hornissen, Wasserhyazinte, Herkuleskraut: All diese Lebewesen gehören zu den invasiven Arten, manche von ihnen wurden bewusst von Menschen eingebracht, andere sind per Schiffcontainer angereist. So können Pflanzensamen auch an unseren Schuhen durchaus erst in einem fernen Land wachsen und sich verbreiten. Auch der Falsche Mehltau trat einst im 19. Jahrhundert eine Reise an und ist vor allem im Weinbau gefürchtet.

Geschichte(n) der invasiven Pflanzen

Meine Frage “How do you reseach for the history of an invasive plant? Old diaries? Old pictures?” ist nicht so einfach zu beantworten, denn die Datensammlung über invasive Arten ist vielseitig. Museumssammlungen, GPS-Koordinaten und alte Labels spielen bei der Sammlung von Pflanzen eine wesentliche Rolle. Doch manchmal ist die Zuordnung nicht eindeutig.

Auswirkungen auf die Gesundheit

Beeindruckend ist das während der YouTube-Liveschalte gezeigte Experiment, wie weit sich Pflanzensamen durch ein vorbeifahrendes Auto verbreiten. Wer das gesehen hat, kann sich gut vorstellen, was auf und an Autobahnen los ist. Kein Wunder, dass durch Pollen verursachte Allergien auf dem Vormarsch sind.

Standardisierungen sind jedoch nicht einfach zu bestimmen, weil genau hingesehen werden muss und die lokalen Begebenheiten berücksichtigt werden müssen. Wer hier als “bad guy” bezeichnet wird, steht woanders auf der “guten Seite”. Denn invasive Arten können durchaus auch positive Effekte haben. Daher ist das Management invasiver Arten schwierig. Daher sollte das Ziel sein, eine Balance zwischen positiven und negativen Effekten zu ermitteln, die alle Beteiligten an einen runden Tisch diskutieren und gegeneinander abwägen. Wie so oft im Leben ist auch hier die Kontextabhängigkeit die Grundlage, auf der Entscheidungen getroffen werden sollten.

Weitere Fragen, die im Video beantwortet werden:

  • Wie lange braucht eine Art, bis sie invasiv wird?
  • Wie sieht Feldarbeit zur Erforschung invasiver Pflanzen aus?
  • Welche Rolle spielen Bakterien für das Überleben invasiver Pflanzen?
  • Pflanzenexperiment auf dem eigenen Balkon
  • Wissenschaftlerin mit Kind: Erfahrungsbericht

Kategorien: Meine Naturerlebnisse

Rosi Würtz

Verrückt nach dem Siebengebirge! So kann ich mich kurz und knapp beschreiben, ohne zu übertreiben. Draußen in der Natur fühle ich mich sehr wohl und möchte davon anderen Menschen berichten. Ansonsten gibt's mich auch auf www.rosiwuertz.com im Netz.