Doku-Rezension: Mit Alexander Gerst in die Antarktis

Veröffentlicht von Rosi Würtz am

TV-Rezension Alexander Gerst Antarktis

Planet Antarktika: Darum geht es in der Dokumentation „Im Eis der Antarktis“ mit Astronaut Dr. Alexander Gerst. Ab dem 28.11.2020 wird sie für fünf Jahre in der ard-Mediathek abrufbar sein.

Über das Leben am Südpol

Der ESA-Astronaut Gerst nimmt uns mit auf eine spannende Expedition zum Südpol. Sein Video-Tagebuch zeigt Episoden aus dem Alltag von Forscher*innen, die den Aufbruch ins Unbekannte wagen. Das 8-köpfige Expeditionsteam macht mutige Schritte auf dem „weißen Mars“, der sich auf unserem eigenen Planeten befindet.

„Die Antarktis ist ein einzigartiger, wahnsinnig faszinierender Ort. Ein Kosmos, der weiß und weitgehend unerforscht ist – ein bisschen so wie ein neuer, fremder Planet, den es zu entdecken gilt.“

Alexander Gerst

Erste Etappe der Expedition ist die McMurdo-Station am Rossmeer. Die zwei Wochen Wartezeit nutzt das Forscher*innen-Team, um letzte Vorbereitungen vorzunehmen. Proviant für die mehrere Wochen dauernde Reise ins „ewige“ Eis wird eingepacken. Hinzukommt ein lebenswichtiges Training: Wie repariere ich ein Schneemobil? Wie entzünde ich einen Benzinkocher, ohne mich zu verbrennen?

In sogenannten „Scott-Zelten“ wohnen die Forscher*innen während ihrer Zeit in der Antarktis. Benannt wurde diese Art Zelt nach dem Polarforscher Robert Falcon Scott, der die berühmte Terra-Nova-Expedition zum Südpol leitete. Er und seine Crew ließen ihr Leben dort. Diese erste Expedition in die Antarktis wird in dieser Dokumentation mehrfach eingebunden: Die Fotos davon faszinieren auch heute noch und zeigen, dass der Mensch hier der Überlegenheit der Natur folgen muss.

Meteoriten: Geschichtenerzähler aus dem All

Die Jagd nach Meteoriten – Aliens aus dem All – sind der Grund für die noch frische Expedition von Gerst und seinem Team. Ende 2019 machen sie sich auf und verbringen mehrere Wochen über Weihnachten und Neujahr im Davis Ward Camp. Hier am Transantarktischen Gebirge fallen besonders viele Meteoriten vom Himmel und können von den geübten Forscher*innen schnell identifiziert werden.

Einsamer Suchtrupp: Das Expeditionsteam aus Geolog*innen, Planetenforscher*innen und Bergführern ist wochenlang völlig auf sich allein gestellt. © Alexander Gerst/ESA
Quelle: swr.de

Mit insgesamt 346 Meteoriten für die Forschung kehren Gerst und sein Team zurück. Das außerirdische Gestein liefert wertvolle Erkenntnisse über die Entstehungsgeschichte unseres eigenen Planten und beinhaltet somit hilfreiches Wissen für zukünftige Weltraum-Missionen. Besonders häufig kommen hier Gesteinsbrocken vom Mond und Mars auf der Erde an und werden von den Forscher*innen steril für die Forschungslabore abgepackt.

Eismassen stabilisieren unser Klima

Die Strapazen der anstrengenden Expedition lohnen sich allemal, denn so erfahren wir mehr über unsere Erde und unser Klima. Welche Bedrohung durch Meteoriteneinschläge existieren für uns? Außerdem visualisiert die Dokumentation eindrücklich, wie wichtig der Klimaschutz auch für die Antarktis ist. Denn ohne die über lange Zeiträume entstandenen Eismassen an unseren Polen wird nicht mehr ausreichend Sonnenlicht reflektiert. Die Folgen wären verheerend für das Leben auf der Erde.

Ich empfehle diese Dokumentation, weil sie uns eindrücklich vor Augen führt, dass exzellente Teamarbeit für wichtige Erkenntnisse über die Spielregeln der Natur sorgt. Teamplay unter extremen Bedingungen wie in der Raumfahrt!

ard-Mediathek Erlebnis Erde: Alexander Gerst auf Expedition – Im Eis der Antarktis


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Rosi Würtz

Verrückt nach dem Siebengebirge! So kann ich mich kurz und knapp beschreiben, ohne zu übertreiben. Draußen in der Natur fühle ich mich sehr wohl und möchte davon anderen Menschen berichten. Ansonsten gibt's mich auch auf www.rosiwuertz.com im Netz.